Geschichte

Carl Cranz
Führende Persönlichkeiten aus Forschung, Industrie und Hochschule gründeten am 9. Dezember 1960 die Carl-Cranz-Gesellschaft. Sie benannten die Gesellschaft nach dem Schöpfer der modernen Ballistik, dem Professor für Technische Physik an der Technischen Hochschule Berlin, Carl Cranz. Ursprüngliches Ziel war es, eine wehrtechnische Aus- und Weiterbildung für Absolventen von Hochschulen und Fachkräften aus Industrie und Streitkräften zu organisieren. 1963 begann man mit der Durchführung von Lehrgängen, zunächst in Weil am Rhein und in Oberpfaffenhofen bei München. Die Lehrgänge erfreuten sich eines so guten Rufes, dass 1975 die mit Staatssekretär-Erlass eingesetzte Arbeitsgruppe "Fortbildung im Rüstungsbereich" den Rüstungsbereich aufforderte, sich weiterhin und gezielter der CCG zu bedienen. Inzwischen hat die CCG ihr Spektrum weit über den wehrtechnischen Rahmen hinaus ausgedehnt. Heute zählt sie zu den führenden technisch-wissenschaftlichen Weiterbildungsstätten, die an zahlreichen Orten im In- und Ausland Seminare durchführt. Der hervorragende Ruf der Carl-Cranz-Gesellschaft hat dazu geführt, dass jeder vierte Seminarteilnehmer aus dem Ausland kommt, insbesondere aus den Niederlanden, aus Österreich und der Schweiz. Die CCG arbeitet eng mit Forschungsinstituten, insbesondere mit Einrichtungen der Großforschung, mit Hochschulen, mit der Industrie, mit Behörden und mit der Bundeswehr zusammen. Die Vortragenden sind führende Wissenschaftler und Praktiker aus dem In- und Ausland. Gezielte Weiterbildung, Weitergabe von Erkenntnissen, Fähigkeiten und Erfahrungen aus Forschung, Lehre und Industrie (Technologietransfer), Förderung der Nutzung von Erkenntnissen und Produkten in der zivilen Wirtschaft wie in der Wehrtechnik (duale Nutzung) sind Ziel und Schwerpunkt der Arbeit der CCG.
Carl Cranz
Carl Cranz 1858 - 1945 Dr. phil., Dr. h.c. mult Ordentlicher Professor an der Technischen Hochschule Berlin - Geheimer Regierungsrat Carl Cranz hat als Mathematiker, Physiker und Lehrer die moderne Ballistik in Deutschland begründet. Noch als Lehrer am Friedrich-Eugen-Gymnasium in Stuttgart begann er mit seinen ballistischen Forschungsarbeiten, die ihn bald über die Grenzen seines Wirkungskreises hinaus bekannt machten. 1903 wurde er an die neu gegründete Militärakademie in Berlin berufen, um dort das erste theoretisch und experimentell arbeitende ballistische Forschungszentrum der Welt aufzubauen. Die Arbeiten Carl Cranz' und seiner Mitarbeiter führten weit über den Stand der Kenntnisse und Erfahrungen hinaus, der bis dahin in der Ballistik erreicht worden war. Carl Cranz vertiefte und erweiterte die theoretischen Ansätze der Ballistik und entwickelte gleichzeitig zahlreiche neue Verfahren zur physikalischen Meßtechnik. Schon vor 1914 erkannte er die Bedeutung von Überschall-Windkanälen, und in den 20er Jahren begann er bereits mit Arbeiten über Raketenantriebe. Carl Cranz' Arbeiten waren für viele Gebiete der angewandten Physik richtungsweisend, so seine theoretischen Untersuchungen über den Kreisel- und Magnuseffekt; seine Arbeiten über den Luftwiderstand bei hohen Geschwindigkeiten; seine Entwicklungen in der Hochfrequenzkinematographie zur Registrierung schnellaufender Vorgänge mit Bildfrequenzen bis zu 10
7/s; seine Experimente zur Konstruktion zuverlässiger und genauer Zeitnormale. Mit besonderem Nachdruck hat sich Carl Cranz für die wissenschaftliche Aus- und Weiterbildung auf dem Gebiet der Ingenieurwissenschaften eingesetzt. Schon vor dem ersten Weltkrieg forderte er für alle Offiziere ein ingenieurwissenschaftliches Studium. Sein Weitblick als Forscher und Lehrer ist für die Carl-Cranz-Gesellschaft Vorbild.